First European Center for
Spine Arthroplasty and
associated Nonfusion
Technologies (ECSA)
life is motion...
...motion is life
Schmerz ist keine Krankheit im medizinischen Sinne sondern ein Warnsignal, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Wenn Schmerz mehr als ein zeitweiliges Muskelproblem ist, sollte man diesen ernst nehmen - es handelt sich hier um ein Warnsignal. Die Entstehung von chronischem Rückenschmerz wird mit dem Verlust der Wirbelsäulenstabilität in Verbindung gebracht. Diese kommt zustande, wenn der Muskel und Bandapparat die kontrollierte Beweglichkeit der Wirbelsäule (Wirbelkörper mit Bandscheiben) innerhalb bestimmter Grenzen nicht mehr aufrecht erhalten kann.
Was wir also auch mit unserem Körper machen bzw. nicht machen - das ganze Wirbelsäulensystem ist immer beteiligt.
Diese erhöhte Beweglichkeit kann zur Einengung oder Dehnung von schmerzsensitiven Strukturen führen. Sie kann aber auch dazu führen, dass der Körper den Verlust der Stabilität mit zusätzlichem Knochenanbau ausgleicht oder den Bandapparat verknöchert.
Zwischen den Wirbelkörpern treten im Normalfall Spinalnerven mit ihren Verästelungen ungehindert auf Bandscheibenhöhe aus. Sind diese Austrittsöffnungen durch krankhafte Veränderungen im Bewegungssegment verengt (Stenosen), kann es zu Einklemmungen bzw. Reizungen oder gar Entzündungen dieser Nerven kommen. Dies ist einer der Hauptgründe für verschiedene Schmerzen im Nacken und Lendenbereich, die auch in Arme und Beine ausstrahlen können. Sie können nur punktuell auftreten, mit bestimmten Bewegungen einhergehen oder einfach dauerhaft sein. Dies kann zu Missempfindungen oder gar Lähmungen begleitet sein.
Es können auch weitere Strukturen als Schmerzursache in Betracht kommen. Dies kann die Bandscheibe selbst sein, aber auch die Wirbelgelenke. Wenn eine Bandscheibe beginnt zu degenerieren, also an Höhe zu verlieren, werden diese kleinen Gelenke zunehmend belastet, um zur Stabilität beizutragen. Da ihre Gelenkflächen mit Nerven versorgt sind, ist diese Abnutzung schmerzhaft. Die Degeneration von Bandscheibe und Facettengelenk führt weiterhin zu Instabilitäten wie dem Wirbelgleiten (Spondylolisthese).
Daraus was wird ersichtlich, dass eine Vielzahl von Strukturen in verschiedenen Kombinationen und Anteilen zur Entstehung von Schmerz beitragen können. Deswegen ist die genaue Identifikation des Schmerzgenerators die Grundlage jeder Therapie. Diese beginnt zuerst mit konservativer Behandlung, wenn keine ernsthaften Probleme von Seiten der Nerven vorliegen. Es muss nicht gleich ein chirurgischer Eingriff sein, über den man aber nachdenken sollte, wenn diese konservativen Methoden nach 6 Monaten nicht erfolgreich waren.
Es gibt verschiedene konservative Therapien, die sich bewährt haben. Sie können als Stufen betrachtet werden. Wenn eine Methode nicht den gewünschten Erfolg bringt, geht man zur nächsten Methode über.
Ein Spezialgebiet von Frau Dr. Fenk-Mayer ist die Schmerztherapie. Als Mitglied im Schmerztherapeutischen Kolloqium hält sich Frau Dr. Fenk-Mayer immer auf den aktuellsten Stand der Therapiemöglichkeiten.
Hier werden nicht die krankhaften Veränderungen der Wirbelsäule im Sinne einer Heilung angesprochen sondern die Schmerzsymptome, um wieder eine Teilnahme am normalen Alltagsleben zu ermöglichen. Bei akuten oder geringfügigeren Schmerzen werden sehr häufig Entzündungshemmer wie z.B. Diclofenac verschrieben. Bei sehr starken und chronischen Schmerzen kommen Morphinderivate in verschieden Stärken wie z.B. Oxycodon zum Einsatz.
Durch richtige, individuelle Dosierung wird bei längerem Einsatz ein Suchtrisiko vermieden. Bei chronischem Schmerz werden auch Antidepressiva verabreicht, die die Wahrnehmung der Schmerzen positiv beeinflussen können. Die orale Einnahme wird in der Regel begleitet von physiotherapeutischen Maßnahmen.
Hierzu gehören das gesamte Spektrum der Physiotherapie wie Bewegungstherapie, Massage, Wärmebehandlung, Bädertherapie, deren Anwendung sich am Befund orientiert. Ebenfalls gehört hier aktives Krafttraining, um bestimmte Muskelgruppen anzusprechen.
Diese Behandlungsmöglichkeiten bieten wir in unseren schmerztherapeutischen Einrichtungen Schwerpunktabteilungen Johannesbad-Kliniken in Bad Füssing und Klinik St. Wolfgang in Bad Griesbach.
Der nächste Schritt sind Injektionen mit Lokalanästhetika und mit entzündungshemmenden Kortikosteroiden - besonders bei chronischem Schmerz. Hier werden die betroffenen Strukturen mit diesen Medikamenten infiltriert, um den akuten oder chronischen Schmerz zu bekämpfen.
Dies kann auch aus diagnostischen Gründen erfolgen, um den Schmerzverursacher zu identifizieren, indem man den Schmerz gezielt ausschaltet.
Ist die Bandscheibe selbst der Schmerzverursacher, liegt also diskogener Schmerz vor, kann dieser in der Regel durch Nervenblockaden oder Denervationen nicht beeinflusst werden.
Hier werden bestimmte Muskelgruppen mit Lokalanästhetika infiltriert. Meist ist dies mit nachfolgender physikalischer Therapie wie Muskeldehnung oder Krankengymnastik verbunden.
Dies sind Injektionen zur Blockade der Schmerzweiterleitung durch Nerven. Je nach Indikation können sie an verschiedenen Zielstrukturen erfolgen. Da die Infiltration mit den Wirkstoffen genau positioniert werden müssen, erfolgt dies unter Bildwandlerkontrolle und erfahrenen Ärzten.
Für diesen Zweck haben wir am KKH Bogen eine spezielle Einrichtung für ambulante Schmerztherapie. Bei Schmerzen verursacht durch Nervenwurzeln hat diese konservative Therapie die beste Wirkung.
Hier werden entzündungshemmende Kortikoide in die Nähe der Umhüllung des Rückenmarks eingebracht - dies ist möglich für die Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Nervenwurzeln der unteren Lendenwirbelsäule können auch durch einen Zugang Nahe des Steißbeines behandelt werden. Dies wird bei eindeutigen wurzelbedingten Schmerzen durch Stenosen oder Bandscheibenvorfällen angewandt. Diese entzündungsbedingten Wurzelreizsyndrome sind allerdings sehr selten.
Auch hier muss der Schmerz eindeutig auf eine bedrängte Nervenwurzel zurückgehen. Diese Methode ist präziser, da sie näher an oder in die Umhüllung einer Nervenwurzel injiziert wird. Dies ist nicht nur für die Diagnostik von Bedeutung sondern auch für die Langzeitwirkung - sie kann unter Umständen jahrelang anhalten.
Mit dem selben Konzept ist auch eine sogenannte Facettenblockade möglich, der allerdings eine genaue Diagnose vorausgehen muss. Die Schmerzen dürfen nicht wurzelbedingt sein. Eine Wiederholung der Behandlung kann nötig sein und sollte von Physiotherapie begleitet werden.
Die erwähnten Effekte können auch durch Verödung des Zielgewebes in unserem Falle Nervengewebe durch Radiofrequenzläsionen oder Hitzesondenbehandlung erreicht werden. Diese Methoden werden durch technisch bedingte Einschränkungen in individuellen Fällen nicht von uns eingesetzt.